Das Anwesen ist benannt nach der letzten Eigentümerfamilie. Es handelt sich um eine sehr gut erhaltene, überdurchschnittlich große bäuerliche Hofanlage aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit einer Gesamtgrösse von 31 Ar. Das Wohnhaus (1781) mit Scheuer, Ställen, Wagen- und Tabakschopf (1819), Wasch- und Backhaus (1695) und Hanfreibe (1790) ist von einem großen Freigelände mit Bauern- und Obstgarten und dem Dorfbach als Grundstücksgrenze umgeben.
Die Dauerausstellung stellt die örtliche Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in den Mittelpunkt, mit einer Dokumentation des alten Dorfhandwerks. Man kann sich ein Bild machen von den Wohn- und Arbeitsverhältnissen früherer Zeiten.
Jeden 1. Sonntag im Monat von 14–17 Uhr von März bis Oktober
Winterpause November bis Februar Gruppen- und Sonderführungen nach Vereinbarung. Weitere Informationen über geplante Veranstaltungen und Projekte finden Sie unter Aktuelles.
Bei dem Anwesen Menton handelt es sich um eine überdurchschnittlich große und anspruchsvolle Hofanlage. Die Vielfalt der Funktionen einer solchen wird durch das vollständig erhaltene Ensemble von Bauten und Hof- und Gartenbereichen in bemerkenswert differenzierter Weise dokumentiert (Wohnhaus [1781] mit Scheuer, Ställen, Wagen- und Tabakschopf [1819], Wasch- und Backhaus [1695] und Hanfreibe [1790]).
Das Wohnhaus ist ein zweigeschossiger Bau mit Satteldach. Es besitzt einen hohen Kellersockel und ein massiv gemauertes, verputztes Erdgeschoß. Das Obergeschoss und die Giebel bestehen aus verputztem Riegelwerk. Das Dach ist mit Biberschwanz-Ziegeln gedeckt.
Der Bau zeichnet sich nicht nur durch den Besitz von zwei großen, gut gestalteten Stuben aus, sondern auch durch mindestens drei weitere privilegierte Wohnräume. Während ein Raum von der Wärme aus den Öfen der angrenzenden Küche und der Stube profitiert, sind zwei weitere Räume vom Licht begünstigt. Ein Raum zeigt den ihm zugemessenen Wohnwert auch durch seine reiche hohe Täfelung. Außer dem großen, durchaus respektablen Raum, bleiben alle übrigen Räume von geringerem Anspruch, beispielsweise als Schlaf- und Gesinderäume.
Der größte Raum in jedem Geschoß ist jeweilg die Stube, die wegen der günstigen Lichtverhältnisse seit dem Mittelalter bevorzugt an der Südwestecke plaziert wird.
Beide Stuben besitzen barocke Täfelung. Die Stube in beiden Stockwerken ist mit Kachelöfen ausgestattet. Eine Feuerstelle zum Kochen befindet sich im Erdgeschoß. Eine weitere Küche wurde Anfang des 19. Jahrhunderts im Obergeschoß eingerichtet.
(aus: Dr. Leo Schmidt, Baugeschichte des Hauses, in: Heimatmuseum im Anwesen Menton. Schriftenreihe des Fördervereins Anwesen Menton e.V., Heft 1, Teningen 1991)
Der Erbauer des Hauses in der heutigen Kirchstraße war Martin Jenne. Er war wohl der wohlhabendste Bauer im Dorf. Zudem bekleidete er das Amt eines Richters.
Der Reichtum schlug sich, wie man heute noch sehen kann, in den einzelnen Gebäuden, die zur Hofanlage gehören, nieder. Überall wurde auf beste Ausstattung Wert gelegt, so daß sich nahezu die gesamte ursprüngiche Bausubstanz bis heute erhalten konnte.
Erbe des Hofes war der Sohn Hans Martin Jenne, der mit Anne Maria Huber, Tochter des Schmieds Johann Adam Huber und der Katharina Engler aus Köndringen im Jahr 1782 die Ehe schloß.
Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor. Fünf von ihnen starben. Die ältere der beiden überlebenden Töchter, Katharina Barbara Jenne, heiratete im Jahr 1813 Johann Jakob Menton aus Malterdingen.
Mit der Heirat kam das Anwesen in Menton´sche Hand. Aus der Ehe gingen neun Kinder, drei Söhne und sechs Töchter, hervor.
Johann Georg Menton, der jüngste Sohn, erbte den Hof. Die Ehe von Johann Georg und Karolina Friederike Menton brachte als einziges Kind den Sohn Alfred (geb. 1894) hervor. Der Vater starb 1911, so daß die Mutter Nutzungsrechte gemäß den Bestimmungen eines Ehevertrages erhielt.
Sie hatte das alleinige Wohnrecht im unteren Stock, das Benutzungsrecht der Stallungen, des Kellers, des Grasgartens und Gemüsegartens. Nach dem Tod des Vaters führte Alfred Menton den Hof über zehn Jahre alleine mit seiner Mutter.
Das Haus und seine Bewohner – Baugeschichte des Hauses – Ein Glücksfall für die Denkmalpflege – Restauratorische Maßnahmen – Der Architekt als Denkmalpfleger
Heft 1, Teningen 1991
Der 30-jährige Krieg und die folgenden Kriegszeiten des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts brachten – wie überall in der Region – für Bevölkerung und Wirtschaft einen schweren Rückschlag. Einen Aufschwung erlebte Teningen erst wieder im 18. Jahrhundert durch den Hanfanbau, indem es sich zu einem Hauptproduzenten entwickelte. Vom dadurch bewirkten Wohlstand der Gemeinde und einiger bäuerlicher Familien zeugt auch das sehenswerte Gebäude des Heimatmuseums Menton.
Der letzte Hanf wurde im Jahre 1895 angebaut. Der Abnehmer des gewonnenen Hanfes war hauptsächlich der „Hanfer-Vollrath“ in Emmendingen. Dort gab es seit 1837 eine mechanische Hanfspinnerei, die erste dieser Art in Süddeutschland, von Hellwig, die die Vorgängerin der heutigen Ramie-Spinnerei war. Im Weltkrieg wurde, bedingt durch die Erfordernisse des Krieges, noch einmal Hanf angebaut.
Der Hanf in Teningen – Der Hanfanbau und die Hänfer in Teningen – Der Hanfanbau und die Verarbeitung heute – Die Hanfreibe im „Heimatmuseum MENTON Teningen“ – Baugeschichte zur Revitalisierung der Hanfreibe
Heft 2, Teningen 1998